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Tuesday, 24 March 2020

Der Koran auf dem Prüfstand


Der Umgang des Muslim mit dem Koran ist tatsächlich anders als der Umgang von Christen mit der Bibel. Der Koran ist für die allermeisten Muslime nicht verständlich und auch die Islamwissenschaft vermag ihn kaum zuverlässig auszulegen. Das hat mit dem Charakter des Koran zu tun, der sich wesentlich von der Bibel unterscheidet.

Hatice, eine türkisch-islamische Schülerin, 17 Jahre alt, trägt selbstbewusst ein Kopftuch, nicht ein Haar schaut hervor. In Gesprächen lässt sie durchblicken, wie stolz sie als Türkin auf ihren islamischen Glauben ist. Sie kennt viele Koransätze auswendig, die sie in einer Koranschule gelernt hat, wohin ihre Eltern als fromme Muslime sie geschickt hatten. Auf die Frage ihrer Mitschüler, ob sie diese Sätze ins Deutsche übersetzen könne, antwortet sie ausweichend mit einem etwas verlegenen Achselzucken. Der Koran sei unübersetzbar, aber sie wisse so ungefähr den Inhalt der von ihr rezitierten Sätze, ihr Koranlehrer habe ihn ihr gesagt. Manche Mitschüler schütteln den Kopf, andere machen bissige Bemerkungen, allgemein reagieren sie mit Unverständnis.

1. Beobachtungen zum Umgang mit dem Koran

Beim Lichtzeichen-Verlag erschien ein Buch mit dem gleichen Thema vom Autor, das noch ausführlicher auf den im Artikel dargestellten Zusammenhang eingeht.

Es ist kein Einzelfall. Viele Muslime lesen den Koran sogar in Arabisch, weil dies vor Allah als ein verdienstliches Werk gilt – aber sie verstehen kein einziges Wort, da sie nicht Arabisch können. Das Lesen wird so praktiziert, dass der Koranlehrer einen Vers in Arabisch vorliest, und der Schüler spricht das Gehörte dann nach. Für Menschen, die in Deutschland oder Europa aufgewachsen sind, ist das nicht nachvollziehbar, weil man viel Zeit und Mühe darauf verwendet, etwas zu lernen oder zu hören, weiß aber nicht, was. Es gibt Moslems, die ganze Suren (Kapitel) aus dem Koran auswendig wissen, in islamischen Ländern trifft man sogar Menschen an, die den Koran ganz auswendig können. Angemerkt sei an dieser Stelle aber auch, dass längst nicht alle Moslems den Koran lesen oder gar Sätze daraus rezitieren können, sie sind verwestlicht und säkularisiert. Eine türkische Schülerin meinte gar, mit dem Koran könne man sie jagen.
Wegen der weltpolitischen Konflikte mit dem Islam (Naher Osten, Sudan, Iran), wegen der islamischen Terrorbedrohung und wegen der Masseneinwanderung von Muslimen in den letzten 40 Jahren nach Westeuropa, wodurch immer größer werdende soziale Konflikte ausgelöst werden, kommen wir um eine Auseinandersetzung mit dem Koran, dem grundlegenden Buch des Islam, nicht mehr herum. Im folgenden sollen als eine Art Momentaufnahme einige wesentliche Thesen der Islamwissenschaft wie­dergegeben werden sowie Hinweise aus der Sicht der Bibel.

2. Zweifel am Koran

Nach islamischem Dogma hat Mohammed den Koran durch Vermittlung des Engels Gabriel (nicht zu verwechseln mit dem Engel Gabriel der Bibel) Wort für Wort von Allah erhalten (Verbalinspiration), der Koran sei daher authentisch, heilig und ewig gültig für alle Menschen in allen Kulturen. Er sei eine fehlerlose Kopie des Originals, das im Himmel aufbewahrt werde, sei auch bis heute fehlerlos überliefert worden. Herabgesandt worden sei er in Arabisch, der göttlichen Sprache, die man wegen der Gefahr der Verfälschung letztlich nicht übersetzen könne. In der islamischen Welt gilt der Koran als Wunder Allahs, der wie Allah selbst unerschaffen ist.

Der Koran steckt offenbar voller grammatischer Fehler, ist völlig chaotisch angeordnet, ganze Passagen sind verloren­gegangen, viele Sätze und Wörter sind mehrdeutig und ergeben im Kontext keinen rechten Sinn

Dass dieses makellose Bild keineswegs zutrifft, der Koran vielmehr voller grammatischer Fehler steckt, völlig chaotisch angeordnet ist, dass sogar ganze Passagen verlorengegangen und viele Sätze und Wörter mehrdeutig sind und im Kontext keinen rechten Sinn ergeben, man also schwerlich von einem Wunder sprechen kann, darauf wurde schon in den Regionalen Informationen Nr. 146 der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ vom März/ April 2010 in einem Aufsatz von mir unter dem Titel „Der Koran, ein heiliges Buch?“ hingewiesen. Damals habe ich mich weitgehend nur auf islamische Quellen gestützt, wie das heute allgemein üblich ist. Und schon das Auswerten dieser Quellen zeigt, dass das glänzende Koran-Bild eben in keiner Weise zu halten ist. Nimmt man nun noch die bisherigen Ergebnisse der neueren Islamwissenschaft hinzu, so geht der unfehlbare Nimbus des Koran völlig verloren. Es zeigt sich, auf welch brüchigem Grund mehr als eine Milliarde Moslems ihren Glauben und Lebenssinn aufgebaut haben, mit Konsequenzen für Zeit und Ewigkeit. Das sei nicht mit Häme gesagt, sondern mit tiefem Erschrecken, und sollte Christen motivieren, das Evangelium von Jesus Christus unter Moslems zu tragen.
Seit mehr als 200 Jahren wird die Bibel mit den Methoden der historisch-kritischen Bibelwissenschaft auf jede nur denkbare Schwachstelle abgeklopft, oft mit der Absicht, sie ad absurdum zu führen. Sie hat aber standgehalten. Gegner des christlichen Glaubens sehen das zwar anders, aber diese Methode hat die Bibel nicht zerstört, wie immer wieder behauptet wird. Anders der Koran. Betrachtet man ihn durch die historische Brille und lässt alle viel später entstandenen Legenden über seine „Herabsendung“ und Überlieferung beiseite, offenbart sich ein katastrophales Bild. Es bleibt kaum ein Stein auf dem anderen.
Zwar gab 1924 die Al-Ahzar-Universität in Kairo, maßgebend für alle Sunniten in Religionsangelegenheiten und damit für den Großteil der islamischen Welt, eine Ausgabe des Koran heraus, die identisch sein soll mit dem ursprünglichen Koran, den man kurz nach Mohammed zusammengestellt hat. Aber gerade die Sprache dieses angeblich authentischen Koran gibt Anlass zu erheblichen Zweifeln am heiligen Buch des Islam.

3. Probleme mit dem Koran-Arabisch

„Das“ Arabisch allgemein gab es weder in Mohammeds Zeit, also im 6./7. Jahrhundert, noch heute. Es gibt aktuell eine Reihe von Umgangssprachen, etwa Syrisch, Marokkanisch, Ägyptisch, Golf-Arabisch. Schon diese unterscheiden sich sehr stark voneinander, ähnlich wie Deutsch, Niederländisch, Dänisch, alles germanische Sprachen, also miteinander verwandt, aber dennoch sehr unterschiedlich. Die heutigen arabischen Umgangssprachen unterscheiden sich aber nicht nur untereinander, sondern auch vom Hoch-Arabisch (Arabiya), dem offiziellen Arabisch, das vom Volk in den jeweiligen Ländern allerdings kaum verstanden und schon gar nicht im Alltag gesprochen wird. Es ist eine Sprache der gehobenen Schicht, gesprochen im Kreis von gebildeten Intellektuellen. Dieses Hoch-Arabisch leitet sich zwar vom Koran ab, ist aber nicht mehr identisch mit dem Koran-Arabisch. So kommt es, dass ein normaler Saudi-Araber, der ja in dem Land lebt, wo auch Mohammed gelebt hat und den Koran empfangen haben will, ziemliche Probleme mit der Sprache des Koran hat.
Für nicht-arabische Moslems, etwa Türken, Iraner, Indonesier, ist das Koran-Arabisch schlichtweg eine Fremdsprache, die sie nicht verstehen. Nicht verwunderlich daher, dass Hatice als Türkin ihre Koran-Zitate nicht übersetzen kann. Wenn sie, wie behauptet, von ihrem Koranlehrer die ungefähre Bedeutung der auswendig gelernten Sätze erfahren hat, so darf man gewiss davon ausgehen, wenn dieser ein Türke war, dass auch er nicht von sich aus wusste, was er lehrte, es sei denn, er hätte Koran-Arabisch studiert. Wahrscheinlicher ist aber, dass man auch ihm nur gesagt hat, was die Sätze bedeuten, die er an seine Schüler weitergibt.
Nun ist es so, dass selbst Islam-Gelehrte, die Koran-Arabisch lesen und verstehen können, dennoch an nicht wenigen Stellen im Koran Probleme haben, diese Sätze zu verstehen. Man fragt sich natürlich verwundert, woran das liegt.

Will Allah denn riskieren, dass seine Gläubigen seine Botschaft nur unvollkommen begreifen?

Zur Beantwortung dieser Frage sei exemplarisch auf die sogenannten „dunklen Stellen“ im Koran verwiesen, Verse, die einfach keinen rechten Sinn ergeben bzw. fragwürdig und anstößig sind. Kein Wunder daher, dass es dazu Interpretationen im Dutzend-Bereich gibt. Eine mehr als hilflose Ausrede lautet: Wer diese Passagen nicht verstehen könne, verstehe eben noch nicht die perfekte heilige Sprache Allahs. Wer soll sie denn aber verstehen, wenn nicht die Islam-Gelehrten? Will Allah denn riskieren, dass seine Gläubigen seine Botschaft nur unvollkommen begreifen? Die Ursache für das Problem mit den „dunklen Stellen“ wird man daher woanders suchen müssen, nämlich in der Sprache, dem Koran-Arabisch selbst.
Als Mohammed zu Beginn des 7. Jahrhunderts gemäß dem islamischen Dogma den Koran in seiner heutigen Sprache „empfangen“ hat, gab es noch keine arabische Einheitssprache. Es gab nur eine Vielzahl von Dialekten. Mit anderen Worten: Der Koran wurde in einer Sprache „herabgesandt“, die noch gar nicht existierte, sondern die erst 300 Jahre später entstand. Dagegen gab es in der Zeit des 6./7. Jahrhunderts eine von allen verstandene und von allen benutzte gemeinsame Verkehrssprache, nämlich Aramäisch. Dies ist eine sprachhistorische Tatsache. Aramäisch spielte damals die Rolle, die im Altertum Latein gespielt hatte und Englisch heute.
Schon die vielen Fremdwörter im Koran gehören nicht zur „göttlichen“ arabischen Sprache. Der beispielsweise häufige Begriff „dschehennam“ (Hölle) kommt aus dem Persischen, „taura“ (Thora, Gesetz) ist dem Hebräischen entlehnt und „logos“ (Wort) entstammt dem Griechischen. Auch eine ganze Reihe aramäischer Wörter kommt vor, „Koran“ selbst (Lesung, Rezitation), „rahman“ (Erbarmer), „milla“ (Gefolgschaft), „firdaus“ (Paradies) und andere.

Die erwähnten „dunklen Stellen“ ergeben sogleich einen Sinn, wenn man sie in ihrer syro- aramäischen Ursprungssprache liest

Um 900 n.Chr. begann man, alle im heutigen Koran vorkommenden Texte zu sammeln. Sie lagen vor in Aramäisch, genauer: Syro-Aramäisch. Dazu gehörten die Geschichten der Bibel, aber auch alles andere, was den Bestand des Koran ausmacht. Die Gelehrten-Schulen in Basra und Kufa, zwei Städte im heutigen Irak, waren federführend. Man sammelte alles, was an Schrifttum und mündlichen Traditionen verfügbar war, stellte es zum Koran zusammen und übersetzte es aus dem Syro-Aramäischen ins Koran-Arabische, das man jetzt erst schuf, zugleich damit auch die arabische Schrift. Ein bekannter Übersetzer und Interpret war at-Tabari, ein persischer Philologe. Da um diese Zeit Aramäisch aber bereits stark an Bedeutung eingebüßt hatte, waren die Aramäisch-Kenntnisse der Übersetzer schon recht lückenhaft. Die Folgen waren schwere Übersetzungsfehler. Die gerade erst beginnende historische (sprach-) wissenschaftliche Koranforschung geht momentan davon aus, dass gut 25 Prozent des heutigen Korantextes falsch übersetzt sind, seriöse Schätzungen nehmen sogar bis zu 50 Prozent an. Man wird sehen.
Die erwähnten „dunklen Stellen“ ergeben sogleich einen Sinn, wenn man sie in ihrer syro-aramäischen Ursprungssprache liest. Dazu einige Beispiele:
In Sure 19, der Sure „Maryam“ oder „Maria“, wird gesagt, dass sich die Mutter von Jesus – verzweifelt über die bevorstehende uneheliche Geburt von Jesus – den Tod wünscht. In 19,24 heißt es im heutigen Text:
„Und es rief jemand unter ihr: ,Bekümmere dich nicht; dein Herr hat unter dir ein Bächlein fließen lassen.‘“
Ein eigenartiger Satz, liest man ihn dagegen in Syro-Aramäisch, bekommt er sogleich einen Sinn:
„Da rief er (Jesus) ihr nach der Niederkunft zu: ,Sei nicht traurig, der Herr hat deine Niederkunft legitim gemacht.‘“
Den merkwürdigen Umstand, dass Jesus gleich nach der Geburt sprechen konnte, lassen wir einmal unberücksichtigt.
Ein weiteres Beispiel sind die Paradiesmädchen (Huris), die den sog. Märtyrern versprochen werden, wenn sie im djihad (heiligen Krieg) gegen die Ungläubigen für Allah sterben. Dazu Sure 44,54:
„Wir vermählen sie mit schwarzäugigen (andere Übersetzung: großäugigen) Huris.“
In Syro-Aramäisch heißt dieser Satz:
„Wir werden es ihnen unter prachtvollen Weintrauben behaglich machen.“
Aus den Paradiesmädchen werden Weintrauben. Und aufgrund dieses falsch übersetzten Verses werfen die islamischen Selbstmordattentäter ihr Leben weg, für ein paar Weintrauben. Von der Bibel her muss man leider sagen: In Ewigkeit verlorene Menschen!
Aus Sure 38,52 leitet man das Alter der Paradiesmädchen ab. Sie sind gleichaltrig. Spätere Interpretationen erklären sie für immerwährend jung, noch später erhalten sie das Alter von 33 Jahren. Was steht im heute gültigen Text?
„Bei ihnen sind züchtig blickende Huris, Altersgenossinnen.“
In der syro-aramäischen Originalschrift lautet er dagegen:
„Bei ihnen werden niederhängende, saftige Früchte sein.“
Von Mädchen also auch hier keine Spur.
In Sure 55,56 schließlich erfährt man, dass es sich um Jungfrauen handeln soll:
„In ihnen (den Paradiesgärten) sind keusch blickende Mädchen, die weder Mensch noch dschinn (Geist) zuvor berührte.“
In der Ursprungsversion liest sich das wesentlich anders:
„Darin befinden sich herabhängende Früchte, die noch niemand angerührt hat.“
Der Islamwissenschaftler Christoph Luxenberg bemerkt hierzu:
„Wer den Koran mit etwas Verstand liest, muss an dieser Stelle geradezu die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Nicht nur Unwissenheit ist daran schuld, es gehört schon eine gehörige Portion Dreistigkeit dazu, bei einer heiligen Schrift sich so etwas auszudenken und dies dem Koran zu unterstellen.“ (Pressburg, S.27)
Man muss wohl vermuten, dass bei der Übersetzung die sexuelle Phantasie der schwarzbärtigen Männer übergekocht ist.
Auch in einem weiteren Beispiel stand wohl die sexuelle Phantasie Pate. Aus Sure 78,33 erfahren wir, dass die Huris vollbusig sind:
„… Jungfrauen mit schwellenden Brüsten.“
Im syro-aramäischen Ursprungstext sind es dagegen keine schwellenden Brüste, sondern
„….üppige, saftige Früchte.“
Als letztes Beispiel sei das heißumstrittene Kopftuch genannt. Im Koran gibt es nur eine einzige Stelle, die darauf Bezug zu nehmen scheint. Sure 24,31 lautet:
„Und sprich zu den gläubigen Frauen … dass sie ihren Schleier über ihren Busen schlagen.“
In der Originalversion heißt der Satz:
„Sie sollen sich ihre Gürtel um die Lenden binden.“
Das betreffende Wort für Gürtel (chumur), das im Arabischen nicht existiert, haben Tabari oder andere Übersetzer ganz offensichtlich nicht verstanden und ohne eine Erklärung zu liefern, mit „Kopftuch“ übersetzt. Seitdem hat die islamische Welt das Kopftuch für Frauen als Allahs Gebot angenommen. Der Ursprung des Kopftuch-Streites in einem Übersetzungsfehler, da bleibt einem schlicht die Sprache weg. Das Kopftuch-Gebot ist aus biblischer Sicht nur ein Menschengebot.

Wieso waren solche sinn- entstellenden Übersetzungsfehler möglich?

Die wichtige Frage ist nun: Wieso waren solche sinnentstellenden Übersetzungsfehler überhaupt möglich? Zum einen war, wie erwähnt, die Kenntnis des Syro-Aramäischen stark geschwunden, man kannte diese Sprache nur noch unzulänglich. Zum anderen aber hatte man versäumt, sie rechtzeitig schriftlich für die Nachwelt eindeutig festzuhalten. Dazu eine kurze Erläuterung.
Semitische Schriften, zu denen Aramäisch und das Hebräisch des Alten Testaments gehören, bestehen nur aus Konsonanten, also aus allen Buchstaben außer den Vokalen, die man nicht schrieb, sondern im Alltag aus Erfahrung hinzufügte, so wie dies auch heute in Israel üblich ist. Zwischen den Wörtern ließ man keinen Zwischenraum, beides für uns höchst ungewöhnlich. Beispielsweise die Buchstaben HSNDHND und LBNSTNLST können in unserer Sprache folgendes bedeuten, wenn man die Vokale (a, e, i, o, u) hinzufügt:
HSNDHND: Hase und Hund
LBNSTNLST: Leben ist eine Lust.
Hase und Hand Leben ist eine Last.
Hose und Hund Lieben ist eine Lust.
Hose und Hand Lieben ist eine Last.
Hase und Hindu Leben ist eine List.
Hose und Hindu Lieben ist eine List.
Haus und Hund usw. Loben ist eine Lust usw.
Vielleicht gibt es noch weitere Möglichkeiten. Wenn man nun die Sprache nicht richtig beherrscht und noch dazu vielleicht den Satzzusammenhang nicht recht beachtet, sind Fehlübersetzungen die zwangsläufige Folge.
Ein ähnliches Problem mit den Vokalen hatten die Überlieferer des Alten Testamentes, das ja in Hebräisch, ebenfalls eine semitische Sprache, und zum Teil auch in Aramäisch abgefasst ist. Als zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert zugleich mit dem Aramäischen auch das Hebräische1 als Umgangssprache allmählich verschwand, haben in dieser Zeit jüdische Schriftgelehrte, die Masoreten (=Überlieferer) den Text des Alten Testamentes rechtzeitig durch Vokale eindeutig festgelegt, indem sie ein System von Punkten und Strichen oberhalb und unterhalb der Konsonanten einfügten. Der Text konnte nun in späteren Zeiten nicht mehr falsch übersetzt werden, er war der Nachwelt erhalten. Die syro-aramäischen Texte, aus denen man den Koran zusammenstellte, hatten so ein System von Vokalen eben nicht, es kam zu den oben erwähnten Falschübersetzungen, für den Islam eine verheerende Tatsache!

Es existieren Teile von Koran-Hand- schriften aus frühislamischer Zeit, die eindeutig Eingriffe in den Text aufweisen

Doch nicht nur diese Falschübersetzungen stellen ein gravierendes Problem für den Koran dar, es existieren auch Teile von Koran-Handschriften aus frühislamischer Zeit in Archiven (Staatsbibliothek Berlin, Leiden in den Niederlanden), die eindeutig Eingriffe in den Text aufweisen: Buchstaben und ganze Wörter wurden ausradiert, korrigiert und neu eingesetzt.
All dies sind reichlich ernüchternde Feststellungen für die islamische Welt, für Hatice und alle gläubigen Moslems ein Schock. Aber man reagiert auf solche Forschungen westlicher Islamwissenschaftler nicht, sachliche Einwände gegen den Koran ignoriert man, sie kommen ja von Ungläubigen. Es ist das alte Dilemma im Islam: Man will keine Kritik zulassen. Man erklärt per Dekret die Koran-Ausgabe von 1924 zum einzig authentischen Koran, obwohl es viele konkurrierende Ausgaben gibt, mit zum Teil unterschiedlichen Verszählungen. Fehler sind laut Dogma undenkbar, also gibt es sie nicht. Dagegen weiß man ganz sicher, dass die Bibel gefälscht ist. Wie unhaltbar dieser Vorwurf ist, ist spätestens seit den sensationellen Bibelfunden von Qumran am Toten Meer im Jahr 1947 bekannt, wo u.a. das fast komplette Buch Jesaja in einem bis dahin nicht bekannten Exemplar gefunden wurde. Es lässt sich fundiert belegen, wie gut die Bibel tatsächlich überliefert wurde. Hier gibt es keine Sinnentstellungen. Der Gott der Bibel, der einzige Gott, hat sein heiliges Wort bewahrt, Allah eben nicht.

4. Die Frage nach dem Ur-Koran

Der Ur-Koran ist nicht zu belegen. Das heißt aber nicht, dass er aus der Luft gegriffen ist. Denn es gibt Anhaltspunkte, und zwar im Koran selbst. In Sure 41,2f. heißt es:
„Es ist als Offenbarung herabgesandt und kommt vom barmherzigen und gnädigen Gott eine Schrift, deren Verse auseinandergesetzt sind als ein arabischer Koran für Leute, die Bescheid wissen.“2

Der Koran ist wahrscheinlich in Syro- Aramäisch aufgeschrieben worden und wurde erst 300 Jahre später ins Arabische übersetzt

Da das aramäische Wort für „auseinandersetzen“ die Bedeutung von „übertragen“, „übersetzen“ hat, heißt dieser Vers im ursprünglichen Syro-Aramäisch: „… eine Schrift, die Wir (Allah) in eine arabische Lesart übertragen haben …“ Wenn aber der Koran übertragen, also übersetzt worden ist, dann muss er vorher in einer anderen Sprache vorgelegen haben. Und da es zur Zeit der „Herabsendung“ eben noch kein Koran-Arabisch gab, sondern nur Syro-Aramäisch, wie oben erwähnt, muss er also in Syro-Aramäisch aufgeschrieben worden sein und wurde später ins Arabische übersetzt, genauer: 300 Jahre später. Auch Sure 19,97 und 75,17 dürften Hinweise auf die Übersetzung des Koran ins Arabische sein.
Wenn das so ist, welche Schrift, d.h. welche Texte mit welchem Inhalt wurden dann nach Sure 41,2f. in eine arabische Lesart übertragen?
Wer den Koran kennt, weiß, dass er viele Anklänge an biblische Geschichten enthält. Alle wichtigen Personen der Bibel von Adam, Abraham, Mose, David bis zu Jesus sind im Koran vertreten, allerdings in stark entstellter Form. So ist Jesus nicht Gottes Sohn, wurde auch nicht gekreuzigt, und Maria, seine Mutter, war angeblich die Schwester von Mose, um nur diese Beispiele zu nennen. Wir finden die biblische Schöpfungsgeschichte, den Sündenfall, die Vernichtung von Sodom und Gomorra und vieles mehr. Die Geschichten sind zwar manchmal kaum wiederzuerkennen und finden sich auch im Koran verteilt. Der interessierte Leser mag sich informieren bei Heinrich Speyer, „Die biblischen Erzählungen im Qoran“. Besonders häufig sind die Hinweise auf Jesus. Die sehr zahlreichen Verse findet man zusammengestellt von Abd al-Masih und Salam Falaki.3 Die kurze Sure 97 dürfte sogar die amputierte Weihnachtsgeschichte der Bibel sein, wo über die „Nacht der Bestimmung“, die „Engel, die hinabkommen“ und „Heil und Segen“4 gesprochen wird.
Islam-Experten nehmen an, dass ein Lektionar existierte, wo wichtige Abschnitte aus dem Alten und Neuen Testament zusammengestellt waren, und zwar als ein Lektionar (qeryana), als ein Schriftlesungsbuch für die Liturgie im arabisch-christlichen Gottesdienst. Dieses Lektionar war, wie damals üblich, in Syro-Aramäisch abgefasst. Es dürfte der Ur-Koran gewesen sein, mit anderen Worten: Der heutige Koran hat starke christliche Wurzeln.
Nachweislich fanden auch Irrlehren der frühen Kirche Eingang in den Koran
Nachweislich fanden auch Irrlehren der frühen Kirche Eingang in den Koran. Exemplarisch seien hier zwei Namen genannt: Paul von Samosata und Arius. Paul von Samosata stammte aus einer Stadt am Oberlauf des Euphrat. Von 260 – 268 war er Bischof von Antiochia. Für ihn war Jesus nur ein normaler Mensch, allerdings mit ungewöhnlicher Kraft und göttlicher Weisheit ausgestattet. Die Bezeichnung „Sohn Gottes“ erhielt er nur wegen seines Gehorsams und wegen seiner besonderen Treue zu Gott. Arius, ein Gemeindeältester aus Alexandria in Ägypten (gest. 336), erklärte, Jesus Christus sei nicht mit Gott, dem Vater, wesensgleich, sondern nur wesensähnlich. Das bedeutet, er ist wie Engel und Menschen ein Geschöpf Gottes, zwar das vollkommenste Wesen, das Gott erschuf, aber er hat eben als Geschöpf einen Anfang und steht nicht auf gleicher Stufe mit Gott bzw. er ist nicht Gott selbst in Menschengestalt, sondern er steht unter Gott. „Sohn Gottes“ wurde er nur genannt, weil er so tadellos lebte (Arianismus). Sowohl Paul von Samosata als auch Arius sprachen Jesus die volle Gottheit ab.
Diese und zahlreiche andere nicht-biblische Irrlehren entstanden, Gott sei es geklagt, in der Kirche selbst. Die Streitereien um Jesus Christus zogen sich über Jahrhunderte hin. In einer ganzen Serie von Konzilien verwarf man zwar diese Irrlehren, aber Teile der Kirche hielten an ihnen fest, und so fanden sie schließlich Eingang in den Islam. Ohne die glaubens­mäßigen Irrwege der frühen Christenheit gäbe es demnach wohl keinen Islam. Auch hier ist Jesus ja nur ein Mensch, ein besonderer zwar, nämlich ein Prophet, aber Sohn Gottes ist er eben nicht. „Der Schöpfer der Himmel und der Erde, woher sollte er ein Kind haben, wo er keine Gefährtin hat?“ (Sure 6,101). Dabei sagt die Bibel doch ausdrücklich: „Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht, wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.“ (1Joh 2,22f.) Schon Jesus selbst hatte vor falschen Propheten und falschen Christussen gewarnt (Mt 24,24), und Paulus und andere wurden im Neuen Testament nicht müde, vor Spaltungen im Glauben und vor einem anderen Evangelium zu warnen (Gal 1,6f. u.a.). Genau das aber macht der Islam, er predigt einen anderen Glauben, einen anderen Gott und einen anderen Jesus. Mohammed ist ein falscher Prophet. Je weiter Teile der damaligen Kirche sich von den biblischen Glaubensgrundlagen entfernten, umso mehr bereitete man unwissentlich das Feld, auf dem dann später der Islam erwuchs.
Wenn zum Ramadan 2010 katholische und evangelische Bischöfe, wie es schon Tradition ist, ein Grußwort an die Muslime in Nordrhein-Westfalen richten und dabei betonen, man habe einen gemeinsamen Gott, so haben sie damit eindeutig den Boden der Bibel verlassen. Unterzeichner des Grußwortes sind die evangelischen Präses Nikolaus Schneider und Alfred Buß, sowie der Landessuperintendent Martin Dutzmann und die katholischen Bischöfe Hans-Josef Becker, Joachim Kardinal Meisner, Heinrich Mussinghoff, Felix Genn und Franz-Josef Overbeck.5

Wenn katholische und evangelische Bischöfe in einem Grußwort an Muslime betonen, man habe einen gemeinsamen Gott, verlassen sie den Boden der Bibel

Wie damals bereiten auch heute wieder Teile der Kirche dem Islam das Feld und öffnen der Islamisierung Tür und Tor, wie damals sind auch heute Bischöfe beteiligt. Die katholischen Bischöfe brauchen freilich keine Bedenken zu haben, in ihrer Kirche in die Kritik zu geraten, denn schon in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts hat das 2. Vatikanische Konzil festgelegt, dass Christen und Moslems denselben Gott verehren. Für die evangelischen Bischöfe liegt zwar keine vergleichbare offizielle Festlegung vor, gleichwohl sprechen und handeln sie so. Damit verlassen sie freilich neben der Bibel auch, soweit es sich um lutherische Kirchen handelt, den Boden der Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis), einer wichtigen, auch heute gültigen Bekenntnisschrift aus dem 16. Jahrhundert, wo in Artikel 1 ausdrück­lich die Gottesvorstellungen sowohl der Muslime, als auch der Samosatener (Anhänger Pauls von Samosata), als auch der Arianer (Anhänger des Arius) verworfen werden. Es werden noch andere Glaubensgemeinschaften genannt, die hier aber nicht von Interesse sind. Im evangelischen Gesangbuch (EG) ist das Augsburger Bekenntnis zwar abgedruckt (S. 1363ff.), handelt es sich ja um eine wichtige „Geschäftsgrundlage“ der Kirche, aber man hat weggelassen, dass die Gottesvorstellung des Islam usw. abgelehnt wird, weil es sich um „zeitbedingte Verurteilungen Andersdenkender“ handele und heute „ein von Toleranz geprägtes Verhältnis entstanden“ sei (S. 1363). Bei soviel Toleranz können dann auch evangelische Bischöfe von einem gemeinsamen Gott sprechen, der Zeitgeist gibt jetzt die Richtung vor, nicht mehr die eigene Bekenntnisschrift.
Der Ur-Koran bestand also zunächst aus dem Lektionar der arabischen Christen und den Irrlehren der frühen Kirche, er umfasste alle sogenannten mekkanischen Suren aus der Frühzeit Mohammeds in Mekka, wo er zum Glauben an nur einen Gott aufrief anstelle der vielen Götter, vor dem göttlichen Gericht warnte usw. kurz, die mehr toleranten Suren. Man fügte aber nicht nur die oben genannten christlichen Irrlehren hinzu, sondern auch genuin heidnische Traditionen (Kaaba als Zentralheiligtum; Mondsichel als Symbol der Göttin Allat), auch rechtliche Bestimmungen aus dem damaligen sozialen Umfeld (Strafen für Vergehen; Stellung der Frau; Eherecht; Sklavenrecht; Beuterecht; Gewalt gegen Andersgläubige u.a.), also die sogenannte medinensischen Suren aus Mohammeds Spätzeit in Medina, die von Gewalt und Brutalität geprägt sind.
Der Islam ist eine Perversion (Umkehrung, Abkehr) des christlichen Glaubens. Gegen die Bibel, die ja als verfälscht gilt, sowie gegen Christen (und Juden) nimmt der Koran eine scharfe Anti-Haltung ein. Ein gläubiger Moslem nimmt nicht einmal eine Bibel in seine Hand, es ist ihm eine Sünde. Juden und Christen sind Ungläubige, „schlimmer als das Vieh“ (Sure 8,55), „Allah schlag sie tot! Wie sind sie verstandeslos!“ (Sure 9,30) Diese Distanzierung und Feindschaft brauchte man zwangsläufig, sah man sich doch als höchste und letzte Religion, nur so glaubte man sich gegenüber Judentum und Chris­tentum legitimieren und durchsetzen zu können. Zwar werden Juden und Christen im Islam auch als „Leute des Buches“, der Bibel, bezeichnet, haben gegenüber allen anderen Religionen daher eine gewisse Vorrangstellung, aber wenn der Islam die Macht hat, werden auch sie verfolgt und diskriminiert.

Erst im neunten Jahrhundert trug man alle heute im Koran enthaltenen Überlieferungen zusammen und übersetzte sie. Der Koran war geboren.

Im 9. Jahrhundert trug man alle heute im Koran enthaltenen Überlieferungen zusammen und übersetzte sie, wie ja erwähnt, aus der ursprünglichen syro-aramäischen Sprache ins Koran-Arabisch. Der Koran war geboren. Um ihn endgültig zu sichern, d.h. ihm Anerkennung als eine göttliche Schrift zu verschaffen, kamen später Legenden seiner „Herabsendung“ hinzu.

5. Schluss

Aus der Zusage ewigen Heils für denjenigen, der von Herzen an Jesus Christus glaubt (Joh 5,24 u.a.), der durch Kreuzigung und Auferstehung die Sünden aller auf sich genommen hat, wie es das Neue Testament bezeugt, wurde im Koran der Fluch Allahs, der jeden in die Hölle wirft, der an den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes glaubt, der aber auch jeden Moslem in die Hölle wirft (Sure 19,70f) und vielleicht den einen oder anderen wieder herausnimmt, wenn es ihm gefällt.
Nach dem Maßstab der Bibel ist Allah niemand anders als der Satan selbst. Aus dem Erlösungsglauben der Bibel wurde die Gesetzesreligion Islam, wo der Mensch durch gute Werke versuchen muss, Allah gnädig zu stimmen, um vielleicht unter den Glücklichen zu sein, die der Hölle entrinnen.
Ist es nicht Aufgabe der Christen, Muslimen die Erlösungsbotschaft von Jesus Christus zurückzubringen, die ihnen genommen wurde? Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen dem Moslem als Mensch, für den Jesus auch gestorben ist, und dem Islam, der seine Gläubigen durch strenge Gesetze knechtet (Scharia). Hatice und alle, die Mohammed nachfolgen, sollen nach dem Missionsbefehl Jesu (Mt 28,18ff.) von ihm hören, sie haben ein Anrecht darauf.
Literaturhinweise:
Alle Koran-Zitate sind entnommen:
Der Koran, übersetzt von Max Henning. Reclam Nr. 4206, Stuttgart 1991
Außerdem, wenn angegeben:
Der Koran, übersetzt von Rudi Paret 7. Aufl., Stuttgart 1967
Norbert G. Pressburg Good bye Mohammed. Norderstedt 2000


1.                       Die meisten Gelehrten nehmen an, dass das Hebräische schon zur Zeit des Neuen Testaments nur noch Bibelsprache und nicht mehr Umgangssprache war. d.Red.
2.                       Übersetzung nach R.Paret
3.                       Was steht im Koran über Christus? Fellbach 2006
4.                       Übersetzung nach R. Paret. 
5.                       Idea Spektrum Nr. 34 vom 25.8.2010, Seite 32.

IHS

Thursday, 15 February 2018

Ayatollah Khomeini schrieb in seinem Buch “Tahrirolvasyleh”, vierter Band, Darol Elm, Gom, Iran, 1990

Ein Mann kann sexuelles Vergnügen von einem Kind haben, das so jung ist wie ein Baby. Jedoch sollte er nicht eindringen; das Kind für Sexspiele zu gebrauchen ist möglich ! Wenn der Mann eindringt und es verletzt dann sollte er für sie sorgen ihr ganzes Leben lang. Dieses Mädchen jedoch gilt nicht als eine seiner vier dauerhaften Frauen. Der Mann ist nicht geeignet, die Schwester des Mädchens zu heiraten Es ist besser für ein Mädchen, zu einem Zeitpunkt heiraten, dass sie die erste Menstruation im Haus ihres Ehemanns anstatt ihres Vaters bekommt. Jeder Vater, der seine Tochter so verbindet, hat einen dauerhaften Platz im Himmel.

...Derselbe Aff übrigens auch Folgendes von sich gegeben..

“Juden und Christen sind dem Schweißgestank von Kamelen und Dreckfressern gleichzusetzen und gehören zum Unreinsten der Welt… Alle nichtmuslimischen Regierungen sind Schöpfungen Satans, die vernichtet werden müssen.“

und
 
 „Ein Mann kann Geschlechtsverkehr mit Tieren wie Schafen, Kühen, Kamelen haben. Jedoch sollte er das Tier töten, nachdem er seinen Orgasmus hatte. Er sollte nicht das Fleisch an die Leute in seinem eigenen Dorf verkaufen; jedoch das Fleisch ins nächste Dorf zu verkaufen ist erlaubt.”
und


“Ein Mann kann ein Mädchen heiraten, das jünger als 9 Jahre ist, ja sogar wenn es noch ein Säugling (Brustkind) ist. Einem Mann wird (Sexual)Verkehr mit einem noch nicht neunjährigen Mädchen verboten, andere sexuelle Aktivitäten wie Vorspiel, Reiben, Küssen und Analverkehr sind erlaubt.

IHS
Source: https://michael-mannheimer.net/2012/08/13/fundstelle-des-tages-krieg-ist-ein-segen-fur-die-welt/

Sunday, 19 March 2017

Der Islam und die nützlichen Idioten ‎

Türkei und Iran haben sich verbündet, um den Nahen Osten zu beherrschen. Doch die Friedensaktivisten durchschauen diese Strategie nicht.

VON LEON DE WINTER

Es ist ein faszinierendes Phänomen: Warum verbünden sich Menschen und Organisationen, die sich progressiv nennen, mit reaktionären Muslimen?

Progressive und Reaktionäre haben eine Gruppierung gegründet, die sich „Free Gaza“ nennt, um die Bewohner Gazas mit „humanitären Gütern“ zu versorgen – nun ja, Gaza ist bereits frei. 2005 ist die israelische Herrschaft über Gaza zu Ende gegangen. Und Bedarf für humanitäre Hilfe gibt es nicht. Jeden Tag transportieren Dutzende Lastwagen vier- bis fünfmal mehr humanitäre Güter nach Gaza als die „Flotte“.
Die Bevölkerung Gazas jedoch hat sich in demokratischen Wahlen für eine Partei entschieden, deren Existenz sich auf ihren Judenhass gründet, und Israel will verhindern, dass die Hamas an schwere Waffen kommt und Bunker baut, wie die Hisbollah im Libanon, weshalb es eine israelische Blockade für „strategische Güter“ gibt. So einfach ist das. Die Tatsache, dass Gaza komplett „judenrein“ ist, ist der Hamas nicht genug.
Sie will, dass auch das Territorium Israels „judenrein“ ist. Niemand in Gaza muss verhungern, anders als in Darfur oder dem Kongo. Gaza ist frei, nutzt diese Freiheit jedoch, um israelische Dörfer mit Terror zu überziehen.

Legitimer Kampf

Anders als Gaza ist Tschetschenien nicht frei, aber die Progressiven hassen Israel mehr als Russland. Die Russen haben den legitimen Kampf der Tschetschenen grausamer niedergeschlagen als die Israelis die Palästinenser je behandelt haben. Und die Kurden? Es gibt keinen kurdischen Staat, obwohl die Kurden einen gründen wollen. Türken und Iraker haben den Kurden weit Schlimmeres zugefügt als Israel jemals den Palästinensern – dennoch findet sich kein Anzeichen, dass die Progressiven die Russen oder die Türken oder die irakischen Araber hassten.
Keine der westlich-progressiven Gruppen, die „Free Gaza“ unterstützen, würden je in einem arabischen Land, in der Türkei, Gaza oder der Westbank toleriert – in Israel hingegen sind sie es. Nichtsdestotrotz haben die Progressiven die palästinensische Sache über jede andere Sache gestellt, obwohl sich das Leiden der Palästinenser im Vergleich zu anderem Leid in Asien oder Afrika sehr in Grenzen hält.
Spielen solche Fakten eine Rolle? Nein. Es geht allein um die eigene Ideologie. Hier kommen noch ein paar weitere Tatsachen. Schauen wir uns die Rate der Kindersterblichkeit in Gaza an. Es handelt sich dabei um eine Schlüsselzahl, da sie viel über Hygiene, Ernährung und medizinische Versorgung aussagt. In Gaza liegt die Kindersterblichkeit bei 17,71 von 1000. Im Vergleich zu westlichen Ländern ist das hoch. Im Vergleich zu Ägypten ist es niedrig. Ägyptens Rate liegt bei 26,2. Und wie sieht es mit der Kindersterblichkeit in der Türkei aus? Nun, die liegt bei 24,84. In der Türkei sterben mehr Neugeborene als in Gaza!
Noch ein Fakt. Das Bevölkerungswachstum. Würde Israel den Arabern in Gaza wirklich die Ernährung verweigern, müsste die Bevölkerungszahl dramatisch abnehmen. Doch das Bevölkerungswachstum in Gaza beträgt 3,29 Prozent. Es ist eines der höchsten der Welt. In Ägypten, dessen Bevölkerungszahl auch explodiert, beträgt es 1,997 Prozent.
Und die Lebenserwartung? In Gaza beträgt sie 73,68 Jahre. In Ägypten 72,4 Jahre. Und in der Türkei, dem neuen Schutzherrn Gazas, sind es 72,23 Jahre. Im Durchschnitt leben die Menschen in Gaza ein Jahr und vier Monate länger als die Menschen in der Türkei, und in Gaza geborene Babys haben eine größere Chance zu überleben, als Kinder, die in der Türkei zur Welt kommen.
Sollten die Israelis die Palästinenser töten wollen, sollten sie ihnen das Leben verkürzen und vergällen wollen, dann machen sie etwas falsch. Sie lassen sie länger leben, als die Türken leben.

Israel ist ein freiheitliches Land

Noch einmal: Warum hassen Progressive Israel mehr als sie, zum Beispiel, den Sudan hassen Einer der Gründe muss sein: Israel ist ein starkes Argument gegen den kulturellen Relativismus. Israel hat eine freie Presse, Männer und Frauen haben die gleichen Rechte, es herrscht Versammlungsfreiheit – Beweise für die Überlegenheit westlicher Kultur. Progressive hassen Israel, weil das Land in einem Meer muslimischer Rückständigkeit traditionelle europäische Werte repräsentiert.
Zudem ist Israel der Körper, der jene nicht greifbare Ethnizität beherbergt, mit der der Westen seit dem Mittelalter ringt: der Judaismus, diese eigentümliche Kraft, die als arrogant, überholt, tribal, widerwärtig und zugleich begehrt gilt. Doch es gibt noch mehr Gründe, warum die Progressiven Israel hassen.
Tatsächlich ist, was an Bord der „Free Gaza“-Schiffe geschah, nicht böser als die Folgen amerikanischer Drohnenangriffe im Irak oder in Pakistan – die Zahl unschuldiger ziviler Opfer infolge kollateraler Schäden ist dort viel höher. Anfang Mai tötete die chinesische Bereitschaftspolizei 140 Muslime. Die Welt wurde darüber nicht einmal informiert. Im Irak wurden, einen Monat vor der Aktion der Gaza-Flotte, fast 500 Muslime bei Explosionen getötet. Und was ist mit den Kurden? Hunderttausende Kurden wurden von Arabern und Türken und Iranern massakriert – ihr Schicksal erregt das westliche Gemüt nicht.
Das Problem für viele Juden ist, dass sich die Progressiven des 21. Jahrhunderts und ihre Aversion gegen die jüdische Ethnizität von den Antisemiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht mehr unterscheiden lassen. Deren Slogan war: Schickt die Juden nach Palästina. Jetzt sagen die Progressiven: Schmeißt die Juden raus aus Palästina.
Die Progressiven sind nützliche Idioten, gefangen in einem komplexen geopolitischen Spiel. Ein Spiel, dessen Herren Türken und Iraner sind.

Die Mullahs sind von den Juden besessen

Die islamistischen Perser, die Mullahs, haben sich gleich mit Beginn der Khomeini-Revolution bemüht, Öl ins Feuer des islamischen Judenhasses zu gießen. Israels Existenz stellt für den Iran keine Bedrohung dar – verglichen mit dem Iran ist es ein kleines Land mit einer winzigen Bevölkerung. Doch die Mullahs sind von den Juden besessen.
Die zweite Stufe ist das Auftauchen terroristischer Organisationen wie al Qaida. Ihr Ziel war, die nepotistischen Tyranneien der arabischen Welt abzusetzen und durch islamistische Theokratien zu ersetzen. Die Islamisten begannen ihren Kampf gegen die korrupten, ungläubigen Kollaborateure des Westens, die Ursache der anhaltenden Unterlegenheit der islamischen „ummah“.
Diese Islamisten sind die direkten Nachfolger breiterer sunnitisch-islamischer Bewegungen wie der Muslimbruderschaft, die die herrschenden Eliten der arabischen Welt gewaltsam unterdrückt hatten. Diese Gruppen können entsetzliches Leid verursachen, sind aber nicht in der Lage gewesen, einen bedeutenden arabischen Nationalstaat unter ihre Kontrolle zu bringen und können gewiss nicht den Westen in die Knie zwingen.
Die dritte und vielleicht überraschendste Entwicklung nimmt derzeit in der Türkei ihren Lauf. Eine schleichende islamistische Revolution, sorgfältig vorbereitet von Islamisten in Designeranzügen, unternimmt den Versuch, die Errungenschaften der kemalistischen Revolution von 1922 rückgängig zu machen und sie durch eine Orthodoxie zu ersetzen. Die Islamisten der AKP versuchen, die alte Herrlichkeit des Ottomanenreiches wiederherzustellen.

Die neue Orthodoxie

Jahrhunderte lang stand das Ottomanische Imperium für die Oberhoheit des Islam über die Welt. An seiner Spitze stand ein Kalif, eine Art Papst mit unbeschränkter Macht. Abu Bakr, der Schwiegervater des Propheten Mohammed, war der erste Kalif. Der letzte, Abdülmecit II., wurde 1924 abgesetzt, nachdem es im Anschluss an die demütigende Niederlage im Ersten Weltkrieg zur säkularen Revolution der Jungtürken gekommen war. Ob die türkischen Islamisten heimlich von der Wiederherstellung des Kalifats träumen, ist unklar.
Weder die Türkei noch der Iran, beides nicht-arabische Länder mit einer Jahrhunderte alten Abneigung gegen Araber, haben Grund, sich von Israel bedroht zu fühlen oder eine besondere Sympathie für die Palästinenser zu hegen. Israel spielt für die langfristigen Pläne weder der Türkei noch des Iran eine Rolle. In Wahrheit ist der Iran am Schicksal arabischer und sunnitischer Palästinenser nicht interessiert.
Er hat allein Augen für die reichen Ölvorkommen im nördlichen Teil der arabischen Halbinsel, wo eine mehrheitlich schiitische Bevölkerung von sunnitischen Saudis regiert wird. Das Nukleararsenal, an dem die Mullahs arbeiten, soll als Schirm dienen, diese Region zu kontrollieren, und sich in erst in zweiter gegen Israel richten, die Heimat der jüdischen Erzfeinde des Propheten, die von heiligem islamischen Boden vertrieben werden müssen.

Die Juden waren die Erzfeinde Mohammeds

Israels Untergang ist eine religiöse Pflicht; die Juden waren die Erzfeinde des Propheten, und es wäre großartig, sie endgültig zu vertreiben. Friedensaktivisten sangen auf ihrem türkischen Schiff: „Khaybar, Khaybar, oh Juden, Mohammeds Armee wird wiederkehren.“ Islamischen Texten zufolge, ließ Mohammed in Khaybar jeden Juden töten, mit der Ausnahme einiger Frauen, unter denen eine wunderschön war und die er sich als persönliche Sexsklavin nahm.
Und wovon träumen die türkischen Islamisten? Ihr Ehrgeiz ist kaum weniger beeindruckend als der des Iran. Montag, der 31. Mai, wird als dramatischer Wendepunkt in die Geschichte eingehen: Die Türkei hat Ägypten die Führung der sunnitischen Welt entrissen. Über Nacht.
Die Flotte, beladen mit angeblichen humanitärer Hilfsgütern, angeführt von einer türkisch-islamistischen Organisation mit engen Verbindungen zur türkischen Regierung – und teils mit nützlichen Idioten aus dem Westen bemannt, die kaum eine Vorstellung hatten, auf was sie sich da einließen – war der Eröffnungszug einer meisterlichen Strategie. Eine Win-Win-Eröffnung. Hätten die Schiffe Gaza erreicht, wäre das ein türkischer Sieg gewesen.
Im Fall einer gewaltsamen Auseinandersetzung wäre sich die türkische Nation einig in ihrer Trauer um die Opfer und ihrer Wut auf Israel, während westliche Medien sich über die unverhältnismäßigen Verbrechen der Juden aufregen würden. So konnte sich die Türkei von Israel lossagen und sich als Führer der sunnitischen Welt neu erfinden.

Instanbul regiert Araber

Die Gaza-Flotte muss in Kairo und anderen arabischen Hauptstädten hektische Beratungen ausgelöst haben. Die Araber wurden über viele Jahrhunderte von Istanbul aus regiert, sie wissen, wozu die ottomanischen Türken fähig sind. Insbesondere die offene Unterstützung der extremistischen Hamas durch die Türkei ist ein direkter Affront gegen Ägyptens Machthaber, die die Muslimbruderschaft seit den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts verfolgt haben. Dass die Türkei das Symbol des palästinensischen Opfers radikal an sich gerissen hat, markiert einen scharfen Einschnitt in die geopolitische Landschaft des Nahen Ostens. Mit einem einzigen Zug hat sich das Zentrum der sunnitischen Welt von Kairo nach Ankara verlagert.
In den Turkmenen und Aseri Zentralasiens haben die Türken natürliche Verbündete. Dort gibt es reiche Ölvorkommen. Wahrscheinlich haben die türkischen und iranischen Islamisten sich bereits auf ihre jeweiligen Einflusssphären geeinigt. Während der Iran den Blick nach Süden richtet und in den östlichen Irak, interessieren sich die Türken für die dicht besiedelten sunnitischen Zentren des Mittelmeers und Zentralasien.
Worauf sich der Iran und die Türkei in Sachen Irak und Afghanistan geeinigt haben, bleibt unklar, doch die Folgen ihrer neuen Allianz werden bald zu spüren sein. Der neue islamische Mensch wird in der Türkei und dem Iran entstehen. Er wird die Werkzeuge, die er vom Westen übernommen hat, gebrauchen, um seine Herrschaft über die Welt auszudehnen. Unterdessen hat ein unentschiedenes, schwankendes Amerika keine Antwort auf die Herausforderung durch diese Koalition.
Die türkischen Islamisten legen, von palästinensischen Aktivisten und nützlichen Idioten aus dem Westen unterstützt, eine bemerkenswerte Geschicklichkeit an den Tag. Unter den bewundernden Blicken der türkischen Regierung werden sie Israel weiter provozieren. Ziel ist, eine Intervention der türkischen Marine zu erzwingen, gefolgt von der Armee. Das ist der ideale Weg, sämtliche Teile der türkischen Gesellschaft zu vereinen und das türkische Militär zu entsäkularisieren, die einzige bedeutende Kraft in der türkischen Gesellschaft, die die Träume der Islamisten platzen lassen könnte.

Gaza hat mit brutalen Juden nichts zu tun

Um es klar zu machen: Das Gaza-Spektakel hat mit Frieden, hungrigen Palästinensern und brutalen Juden nichts zu tun. Es handelt sich um Phase eins von etwas völlig anderem. Und ja, wir haben ein Problem: Denn westliche Länder, von Politik- und Medieneliten geführt, die in friedensorientierten Wohlfahrtstaaten aufgewachsen sind, sind gegen Kräfte wie diese machtlos – sie sind ja kaum in der Lage, die Gefahr zu erkennen.
Westliche Politiker und Diplomaten sind nicht dafür ausgebildet, mit den ausgekochten Söhnen Istanbuls und Teherans zu verhandeln, diesen erfahrenen Verschwörern, Manipulatoren, Lügnern, Intriganten. Die Gefahr für den Westen besteht nicht in der muslimischen Immigration nach Europa oder dem Terror von al Qaida; sie besteht in der Koalition zweier islamischer Regime, die islamofaschistisch sind. Es wird nicht lange dauern, bis sie Atomwaffen haben.

Noch einmal: Woher der Hass der Progressiven auf Israel?

Keine andere Gruppe armer oder unterdrückter Muslime ist für die Progressiven von Interesse. Sie interessieren sich allein für die Opfer der Juden. Die Ironie ist: Die Palästinenser werden in den arabischen und islamischen Ländern nicht besonders geschätzt. Sie werden als unzuverlässige Söldner abqualifiziert, deren schimpfliche Niederlagen der arabischen Nation Schande machen. Nationalisten, Islamisten und Tyrannen haben sich ihrer auf zynische Weise bedient, jeder hatte sein eigenes Motiv, die unerträgliche Überlegenheit der Juden in Israel als Strich durch die eigene Rechnung darzustellen.
Die Blutbäder von Sabra und Shatilah von 1982, in Wirklichkeit innerarabische Massaker, wurden so auf atemberaubende Weise zu einem Werkzeug der Öffentlichkeitsarbeit für die Palästinenser und ihre linken Unterstützer aus Europa. Es war Jassir Arafats Genie, das den palästinensischen Kampf in neomarxistische und antiimperialistische Rhetorik umdeutete. Er schuf einen neuen Kontext für sein Volk: den Kampf gegen Kolonialismus und Rassismus.
Er war ein klassischer korrupter Warlord mit einem bemerkenswerten Talent für das Spiel mit den Medien und den Politikern des Westens. Den Progressiven wurden die Palästinenser so zu ihren liebsten, exemplarischen Opfern eines von Israel verkörperten Imperialismus und Kolonialismus. Das ist die erste der beiden hauptsächlichen Erklärungen für den Hass der Progressiven. Der zweite folgt.
Der entstehenden Symbolik der Palästinenser als Opfer eines westlichen Imperialismus wurde in Europa die beißende Symbolik des Holocaust hinzugefügt – die Europäer hatten die Schuld für die Vernichtung der Juden Europas lang genug getragen und begannen, sich nach einer historischer Entlastung zu sehnen. Die kam in Form einer militärischen Aggression Israels, die ab einem bestimmten Augenblick per Definition unverhältnismäßig war, auch wenn die Gewalt mit der sich Araber und Muslime gegenseitig angriffen – und noch immer angreifen – weit destruktiver und blutiger war.

Arabische Regime verweigern Völkern Rechte

Doch die Europäer konnten die Chance, die Juden zu diffamieren, nicht ungenutzt lassen. Die arabischen Regime verweigern ihren Völkern mindestens ebenso viele Rechte wie die Juden den Palästinensern – und von den Katastrophen in Darfur oder dem Kongo ist hier nicht einmal die Rede –, doch solche Nuancen waren nicht so wichtig.
In den Augen progressiver Europäer wurde der israelisch-palästinensische Konflikt zum unvergleichlichen Konflikt, zum einzigartigen Phänomen der Schaffung palästinensischer Opfer durch europäische Opfer, was die Last des ordinären europäischen Massenmords an den Juden zu mindern schien. Was immer die israelischen Juden taten, es war verführerisch, im nahöstlichen Dschungel nach jüdischer Schuld zu suchen.
Einem palästinensischen Opfer in jüdischer Hand, Terroristen eingeschlossen, wurde eine Bedeutung beigemessen, die kein anderes Opfer auf der Welt hätte erlangen können. Das Unrecht, das den Juden angetan wurde, wird aufgewogen mit dem Unrecht, das die Juden den Palästinensern antun.
Angesichts der jüngsten massiven Angriffe auf das Existenzrecht Israels wird deutlich, dass es unter Europäern ein großes Bedürfnis gibt, die Juden Mörder zu nennen – deshalb sind die Palästinenser als Opfer der Juden wichtiger als die zahllosen muslimischen Opfer muslimischer Extremisten, deshalb werden Millionen anderer Muslime, die unter schlechteren Bedingungen als die Palästinenser leben, in den Medien mit keinem Wort erwähnt, deshalb werden israelische Militäraktionen am liebsten mit dem Wort „Nazi“ versehen.
Nennt man die Israelis Nazis, werden die eigentlichen Nazis legitimiert. Es macht den Eindruck, als wollten die Europäer, von den Progressiven angeführt, dass die Araber den Job zu Ende bringen. Schluss mit den Juden. Es ist, was es ist – wir erleben Europas Befreiung von der Hinterlassenschaft des Holocaust.

Was tun mit den Türken?

Wenn die Islamisten ihren Ehrgeiz befriedigen, wenn es den Türken und der Grünen Bewegung im Iran misslingt, Freiheit und Moderne zu verteidigen, werden selbst die blinden Progressiven aus dem Westen dem Tanz nicht entkommen, wie sehr sie die Islamisten auch unterstützt und ihnen den symbolische Nutzbarmachung der Palästinenser erleichtert haben mögen.
Montag, der 31. Mai veränderte alles. Die Europäische Union sieht sich an ihren Grenzen einem grimmigen islamistischen Gegner gegenüber. Genau wie in den arabischen Hauptstädten haben in denen der EU die Energiesparlampen in den Außenministerien bis in den Morgen gebrannt – was tun mit den Türken? Der Zorn der EU auf Israel ist nichts als eine optische Täuschung. Die politischen Eliten wissen, was geschehen ist: Die Türkei hat sich mit dem Iran verbündet.
Und Russland und China? Diese beiden alten Nationen, von zynischen Eliten regiert, gestatten den iranischen und türkischen Islamisten ihr Spiel gern, schwächt es doch ganz bestimmt den Westen. Die einzige Macht, die in der Lage ist, Einfluss auf das Ergebnis dieses Spiels der Islamisten zu nehmen, die Vereinigten Staaten, wird derzeit von einem Mann geführt, der in progressiven Kreisen aufgewachsen ist, in denen traditionelle Machtpolitik ebenso verunglimpft wird wie ein angeblich imperialistisches, kolonialistisches Israel – er ist ein Produkt akademischer Zirkel, die sich allumfassenden Illusionen über die regulierende Rolle, die internationale Organisationen wir die Vereinten Nationen spielen sollten, hingeben.
Was wir in Gaza beobachten, ist die vollendete Inszenierung eines meisterhaften islamistischen Theaterstücks. Und die Empörung der Medien markiert das nächste Kapitel in der langen Geschichte des europäischen Judenhasses. Es ist wieder salonfähig, Antisemit zu sein. Das ist nur der Anfang von Schlimmerem.
Leon de Winter ist Schriftsteller. Er lebt in den Niederlanden und den USA. Zuletzt erschien sein Roman „Das Recht auf Rückkehr“.
http://www.pi-news.net/2010/06/in-der-tuerkei-sterben-mehr-saeuglinge-als-in-gaza/